Am 9. Mai 2025 nahmen Vertreter der Frauengruppe des Vereins FORUM DIALOG e.V. im Rahmen des Projektes „Weitblick – Entdeckungsreisen für Frauen und Familien mit Migrationshintergrund in Dortmund“, welches vom House of Resources des VMDO e.V. gefördert wird, an der eindrucksvollen Stadtführung „Glaubensvielfalt am Borsigplatz – Von den Kreuzen und dem Halbmond“ teil. Diese Exkursion eröffnete spannende Einblicke in das religiöse Leben im Dortmunder Norden und zeigte die Vielfalt der Glaubensrichtungen, die hier friedlich nebeneinander existieren.
Im Rahmen der Führung wurden drei bedeutende Gotteshäuser besucht: die Evangelische Lutherkirche, die Russisch-Orthodoxe Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit sowie die Merkez-Moschee der Islamischen Gemeinde.
Die Lutherkirche beeindruckte durch ihre schlichte, klare Architektur. Der Innenraum war hell, offen und auf das Wesentliche reduziert – eine typisch evangelische Ausdrucksform, die das Wort Gottes in den Mittelpunkt stellt. Die moderne Gestaltung, die stilvollen Glasfenster und die freundliche Atmosphäre luden zum Nachdenken und zur inneren Ruhe ein.
Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, ein Gotteshaus der russisch-orthodoxen Gemeinde, bildete dazu einen starken Kontrast. Schon von außen fiel die Kirche mit ihrer typischen Kuppelarchitektur auf. Im Inneren erwartete die Teilnehmerinnen des Projektes ein reich geschmückter Raum mit vielen Ikonen, goldenen Elementen, Kerzen und Weihrauchduft. Die Atmosphäre war mystisch und andächtig. Besonders beeindruckt hat die Ikonostase – die reich verzierte Trennwand zwischen Altarraum und Kirchenschiff – sowie der Gesang, der eine tiefe spirituelle Wirkung hatte. Die orthodoxe Liturgie ist voller Symbolik, Bewegung und Klang, was für viele von uns eine ganz neue Erfahrung war.
In der Merkez-Moschee wurden die Teilnehmerinnen ebenfalls sehr herzlich empfangen. Der schlichte, aber würdevoll gestaltete Gebetsraum mit Teppichen, orientalischer Kalligraphie und ohne figürliche Darstellungen vermittelte eine ruhige, meditative Atmosphäre. Besonders interessant war der Einblick in die Gebetspraxis und die Bedeutung des Gemeinschaftsgebets im Islam. Der Imam stand uns offen für Fragen zur Verfügung, was den interreligiösen Dialog sehr bereicherte.
Vergleich der Gotteshäuser:
Alle drei besuchten Orte spiegeln auf ihre Weise die jeweilige Glaubenstradition wider:
Trotz aller Unterschiede haben die Teilnehmerinnen alle drei Orte auf ihre eigene Weise berührt. Es wurde deutlich, dass Glaube in vielerlei Formen gelebt werden kann, aber immer Ausdruck von Hoffnung, Frieden und Gemeinschaft ist.
Die Führung war hervorragend organisiert. Die Leiterin vermittelte die Inhalte mit großer Fachkenntnis, Empathie und Offenheit. Besonders wertvoll war der Austausch mit den Gemeindemitgliedern – so wurde die Begegnung lebendig und persönlich.
Wir bedanken uns herzlich für diese bereichernde Erfahrung. Diese Exkursion hat unser Verständnis für andere Religionen vertieft und uns darin bestärkt, dass gegenseitiger Respekt und Dialog die Basis für ein friedliches Zusammenleben sind.